Märkische Allgemeine, 2007

Investition in noch mehr Qualität

FALKENSEE – Vor zehn Jahren kam Biobäcker Hans Leib in die Gartenstadt und begann an der Bahnhofstraße in einem alten Gebäude. Jetzt hat er seine Firma erneut modernisiert und erweitert. Der Mann wirkt jugendlich, dabei vollendet Hans Leib in wenigen Tagen sein 65. Lebensjahr. An Rente denkt er nicht – im Gegenteil. Gerade erst hat er seine Firma, das Bio-Backhaus an der Falkenseer Bahnhofstraße, erneut erweitert. Entstanden ist eine rund 500 Quadratmeter große Halle, in der zu jeweils einem Drittel gekühlt, kommissioniert und produziert werden soll.
»Wir haben die Halle gebaut, um Zeit zu haben für die Qualität«, sagt Hans Leib. Was er damit meint: Der Teig muss lagern, um sich zu einem hochwertigen Produkt entwickeln und alle Aromastoffe entfalten zu können. Da die Nachfrage nach den Bioprodukten aus dem Falkenseer Backhaus ständig wächst, hat der Platz dafür nicht mehr ausgereicht.
Möglich ist es jetzt zum Beispiel, große Mengen von Teiglingen gleichmäßig zu kühlen. »Wir haben ein System, das die warme Luft heraussaugt und die kalte Luft hineinbläst«, sagt Hans Leib. Insgesamt rund 1,2 Millionen Euro sind in die Erweiterung inklusive neuer Maschinen geflossen. Der Falkenseer Unternehmer hat vergeblich gehofft, als brandenburgisches Unternehmen von der Landesregierung Fördermittel zu erhalten. Deshalb wurmt es ihn, dass ein Konkurrenzbetrieb aus dem Norden in Wustermark für seine Erweiterung einen hohen Zuschuss vom Land bekommen hat.
Wenn alle Genehmigungen erteilt sind, soll die Halle in wenigen Tagen vollständig in Betrieb gehen. Sie fügt sich behutsam an Vorhandenes an und ist von der Straße aus nicht zu sehen. Der Firmenchef plant, die Weihnachtsfeier darin stattfinden zu lassen und allen Mitarbeitern den Neubau vorzustellen.
In den bisherigen Gebäuden läuft die Produktion derweil unvermindert weiter – derzeit kommt das Weihnachtsgeschäft hinzu. Gebacken wird von 8 Uhr abends bis 4 Uhr früh. Tagsüber laufen Vorbereitungen, die Konditoren arbeiten in zwei Schichten Tag und Nacht. Hans Leib ist inzwischen Arbeitgeber von rund 110 Menschen – damit hat er den fünftgrößten Betrieb in der Gartenstadt. Der bisheriger Jahresumsatz im laufenden Jahr liegt bei fünf Millionen Euro. Im Falkenseer Stammsitz sind 25 Bäcker und zehn Mitarbeiter im Büro sowie auch im Verkauf beschäftigt. Den Transport hat Hans Leib komplett an eine Falkenseer Spedition übertragen.
Der 64-Jährige denkt aber nicht nur an berufliche Ziele – er treibt auch an ein privates Großprojekt voran. In Sichtweite zu seiner Firma entsteht sein neues Haus, in das er mit Frau und Kindern einziehen wird. Stefan Kuschel

 

MÄRKISCHE ALLGEMEINE, 4. DEZEMBER 2007

Brot für die Regierung

›Kanzlerbäcker‹ war lange der Spitzname von Hans Leib. Seine Brötchen und Brote wurden auch ins Bundeskanzleramt und in Bundesministerien geliefert. Diesen Auftrag ist er los, seit dort der Einkäufer gewechselt hat. Der 64-Jährige ist darüber nicht traurig. Er freut sich über einen neuen, lukrativen Großkunden: Das Berliner Ka De We. Hans Leib: »Das ist sogar noch besser, weil es dort um Geschmack und nicht um Politik geht.«
Rund 120 ›Weiterverkäufer‹ beliefert das Biobackhaus, darunter Reformhäuser, Kitas und Bio-Märkte. Verkauft wird auch in eigenen Läden. kusch

 

MÄRKISCHE ALLGEMEINE, 4. DEZEMBER 2007

Artikel BRAWO am Sonntag, 18. Februar 2007

Gut fürs Havelland-Image

Vorzeigefirmen aus dem Landkreis wurden in Nauen ausgezeichnet

NAUEN Die Verleihung des Wirtschaftförderpreises 2007 am Donnerstagabend in Nauen war in zweierlei Hinsicht eine heiße Sache. Erstens schwitzten Preisträger und Gäste bei Gewitterluft unterm Dach des »Blauen Hauses«. Aber, und das ist weit wichtiger, gab es über die interessanten vier Gewinner zum Teil heiße Fakten zu vermelden.

Neues war von der Biobackhaus Leib GmbH aus Falkensee zu erfahren, die den Förderpreis in der Kategorie »Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten« gewann. Die Öko-Bäckerei hat im Moment rund 100 Mitarbeiter, wird die Zahl aber demnächst auf 120 erhöhen. Die fünftgrößte Biobäckerei Deutschlands erweitert ihre Kapazitäten und bedient neue Absatzmärkte, auch außerhalb des Stammgebietes Berlin-Brandenburg. »Wir liefern bis Leipzig und Greifswald«, so Firmengründer und Geschäftsführer Hans-Jürgen Leib. Eine neue Fertigungshalle ist derzeit in Falkensee im Bau. Die Produkte von Bio-Backhaus sind mittlerweile überregional in vieler Munde. Chef Hans-Jürgen Leib freute sich über seinen Preis. »Damit wird ja auch ein Produkt ausgezeichnet, das schon 5000 Jahre alt ist und immer noch aktuell«, sagte er und meinte das Brot, nach althergebrachter Art gebacken.

Es war die elfte Preisverleihung von Landkreis und Mittelbrandenburgischer Sparkasse. Den Juroren von Kreishandwerkerschaft, Bauernverband, Industrie- und Handelskammer, Tourismusverband, Sparkasse, Kreistag und Kreisverwaltung fiel die Auswahl nicht leicht: Es gab 23 Bewerber, alle hatten viel zu bieten. »Mit dem Preis sollen Menschen und Unternehmen der Region motiviert werden, mit ihren Ideen die Wirtschaftskraft des Havellandes zu stärken«, so Schröder zum Ziel des Preises. Der wurde von ihm und Jürgen Tschirch vom MBS-Management überreicht. In jeder Kategorie war der Preis mit 1000 Euro dotiert. Dazu gab’s Keramiken und Bilder von Künstlern und Kindern aus dem Havelland.

ANKE FIEBRANZ, MÄRKISCHE ALLGEMEINE, 9. JUNI 2007

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